Roger Prince Nelson galt bereits zu Lebzeiten als eines der größten Genies der Musikgeschichte. Das nur 1,58 Meter große Allround-Talent aus Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota veröffentlichte in seiner rund 40-jährigen Karriere offiziell 39 Alben. In seinem legendären Tresor „The Vault“ sollen tausende weitere Songs ihrer Veröffentlichung harren. Bereits seit Jahrzehnten ranken sich viele Mythen rund um das musikalische Vermächtnis jenes Mannes, der bis heute von zahlreichen Musikern als Vorbild und Meister verehrt wird. Es liegt nun an seinen Erben zu entscheiden, was davon das Licht der Öffentlichkeit erblicken und was für immer in den Tiefen von „The Vault“ verborgen bleiben wird.

Seine Produktivität war einzigartig. Prince spielte angeblich nicht nur mindestens 28 verschiedene Instrumente, sondern er schrieb, produzierte, arrangierte seine Songs alle selbst. Daneben agierte er als Schauspieler, Produzent, Mentor und Songschreiber zahlreicher anderer Bands. Der Musik-Besessene nahm  täglich neues Material auf unabhängig, ob er sich dabei zu Hause in seinem eigenen Studio, oder auf Tour befand. Seine Konzerte wurden jahrelang so geplant, dass immer ein freies Studio in der Nähe für ihn und seine Musiker verfügbar war. Diese standen beinahe rund um die Uhr für Prince bereit. Schließlich war er berüchtigt dafür, nach den regulären Shows, oft noch eine weitere Aftershow in kleinen Clubs zu spielen. Reichte dieser Input noch immer nicht, dann kam es sogar vor, dass die gesamte Truppe anschließend noch im Studio neue Songs probte oder aufnahm. Prince interessierte sich wenig für das normale Leben. Obwohl er regelmäßig große Partys veranstaltete, saß er dann meistens in einer Ecke. Er ging wenig aus, besuchte selten Restaurants, interessierte sich auch nicht für Glücksspiel, egal ob live oder online wie im PokerStars Casino, sondern widmete sich beinahe manisch seiner Kunst.

Tägliche Sessions produzierten Songs ohne Ende

Kein Wunder also, dass Prince seine Musiker verschliss, wie andere ihre Kleidung. Die wenigsten konnten dieses Tempo lange mithalten, schließlich bedeutete es sein Leben für einige Zeit vollständig aufzugeben. Sein typischer Arbeitstag begann um die Mittagszeit und dauerte oft bis in die frühen Morgenstunden. Prince war der Erste im Studio und der Letzte der ging. Oft reservierte er im Paisley Park mehrere Studios, um so gleichzeitig an mehreren Projekten arbeiten zu können. Joshua Welton war der einzige Produzent, den Prince am Ende seiner Karriere jemals an einer Platte mitarbeiten ließ. Der Ehemann von Prince Drummerin Hannah Ford berichtete von der Arbeit mit einem Musik-Süchtigen. Sein Boss wechselte während der Arbeit an „Art Official Age“ mehrfach zwischen verschiedenen Studios hin und her. Während sein Produzent einen Song fertig abmischte, spielte Prince bereits den nächsten ein. Diesem enormen Arbeitstempo ist auch der Inhalt von „The Vault“ geschuldet.

Der Schatz lagerte in Paisley Park

Bereits in den 1980er-Jahren kursierten Gerüchte, dass sich im Tresorraum von Paisley Park rund 700 fertige unveröffentlichte Songs befänden. Prince hatte sich zu Beginn der 1980er Jahre immer wieder in seinen Häusern eigene Studios eingerichtet. Der enorme Erfolg von Purple Rain gab ihm die Möglichkeit sich seine eigene Musikfabrik zu errichten. Der Bau von Paisley Park wurde 1986 begonnen und 1987 fertiggestellt. Der kühle, ganz in Weiß gehaltene Studiokomplex beherbergt nicht nur mehrere Aufnahmestudios, sondern auch Konzertbühnen, Tanzstudios, Büros, eine Wohnung und alles weitere, was er für seine Karriere benötigte. Prince vermietete die Location immer wieder an andere Musiker, die hier ihre Alben aufnahmen. Im Wesentlichen war diese Spielwiese jedoch für ihn selbst gedacht, daher entschloss er sich nach einigen Jahren diese wieder für die Öffentlichkeit zu schließen. Im Keller des Komplexes ließ er einen eigenen Tresorraum errichten. Dieser war hermetisch abgeriegelt, die Kombination dazu kannte lediglich Prince selbst. Das sollte sich nach seinem Tod noch als Problem erweisen. In einem seiner Interviews für den amerikanischen Rolling Stone gab Prince so nebenbei zu Protokoll, dass es offenbar mehrere „The Vaults“ gegeben hatte. Die Menge an Bändern war im Laufe der Jahrzehnte zu groß geworden. So soll Prince ebenfalls sämtliche seiner Live-Shows mitgeschnitten haben.

Erste Fotos nach der Hausdurchsuchung

Als die Polizei nach seinem Tod Paisley Park durchsuchte, stieß sie auch auf den legendären Tresorraum im Keller. Dieser konnte wie erwartet nicht geöffnet werden, erst einem Spezialisten gelang es die Stahltür zu knacken. Dahinter verbarg sich genau das, wovon Prince-Fans seit Jahrzehnten träumen. In unzähligen Regalen türmten sich Kisten mit unveröffentlichten Songs, Videos, Filmen und Live-Konzerten. Der offizielle Fotograf der Polizei von Minneapolis dokumentierte erstmals den musikalischen Schatz auf Fotos, die anschließend von der Polizei veröffentlicht wurden. Seither reißen die Gerüchte über den Inhalt nicht ab. Eines davon konnte anhand der beschrifteten Bänder auf den Fotos bereits identifiziert werden, vieles bleibt jedoch nach wie vor im Dunkeln. Gerüchte dazu gäbe es genug. So soll Prince gemeinsam Alben mit Michael Jackson, Miles Davis, Filmstar Kim Basinger und Madonna aufgenommen haben. Ungewöhnliches wie zwei Techno-Alben sollen ebenso dabei sein, wie unveröffentlichtes Material von Neil Young und David Bowie.

Doch das Hauptaugenmerk der Fans richtet sich vor allem auf zahlreiche Werke von Prince selbst, die er in dieser Form nie oder nur teilweise auf den Markt gebracht hatte. Dazu zählen beispielsweise fertige Platten wie „Dream Factory“, „Camille“, oder „The Roadhouse Garden“. Einen Vorgeschmack, was hier möglich sein könnte, lieferte vor vielen Jahren bereits das legendäre „Black Album“. Auch dieses zog Prince 1987 kurz vor Veröffentlichung zurück und gab es erst Jahre später frei. Nun liegt es an den Erben zu entscheiden, was wir wann zu hören bekommen. Erste Platten, wie eine Deluxe-Edition von Purple Rain, wurden bereits veröffentlicht. Prince-Fans können den Studiokomplex Paisley Park besuchen, dieser wurde zu einem Museum umgewandelt. Unterdessen sichten die musikalischen Nachlassverwalter weiter die tausenden Songs, die noch für viele Jahre und Jahrzehnte neue Prince –Werke garantieren.