Candy Dulfer ist seit Jahrzehnten ein Aushängeschild der Niederlande, wenn es um Jazz, Soul und Funk geht. Die Tochter von Jazz-Star Hans Dulfer startete bereits als Jugendliche ihre Karriere, die sie in weiterer Folge mitten ins Zentrum des Musikgenies Prince nach Minneapolis führen sollte. Er prägte den bis heute bekannten, folgenschweren Satz: „When I need Sax, I call Candy“.

Umgeben von Stars

Damit bezog er sich offenbar auf ein Wortspiel, das Candy Dulfer selbst nicht fremd ist. Schließlich nannte sie schon ihr Debütalbum aus dem Jahre 1990 folgerichtig „Saxuality“. Doch bevor es so weit kommen sollte, prägte ein anderer berühmter Musiker die Karriere der damals 17-jährigen Candy Dulfer. Dave Stewart, Mastermind des weltweit extrem erfolgreichen Duos Eurythmics, schreib ihr mit „Lily Was Here“ einen Song auf den Leib, der sich prompt zu einem Hit entwickelte. Damit war der Weg der Candy Dulfer vorgezeichnet.

Die Saxofonistin machte schnell klar, dass sie nicht gewillt war, eingeschlagene Pfade zu betreten. Die niederländische Schönheit trat selbst vor das Mikrofon und verpasste ihrem Sound eine kräftige Portion Funk. Sie erregte sofort international Aufsehen und startete neben ihrer Karriere als Solo-Künstlerin eine weitere als Begleitmusikerin zahlreicher Stars, deren Arbeit sie in weiterer Folge prägen sollte.

Bereits 1990 lud sie Prince erstmals dazu ein, ihn bei der Arbeit zu seinem Album „Graffiti Bridge“ im Studio zu unterstützen. Daraus sollte sich nicht nur eine lebenslange Freundschaft, sondern auch eine langjährige Arbeitsbeziehung entwickeln. Die Liste jener Stars, die gerne und oft auf ihre Hilfe zurückgegriffen haben ist lang. Pink Floyd zählen ebenso dazu, wie Maceo Parker, Dave Stewart, Blondie, Marcus Miller oder Van Morrison. Die musikalischen Erfahrungen und Ratschläge dieser Meister ließ sie in ihren eigenen Sound einfließen. Dieser entwickelte sich im Lauf der Jahre immer mehr zu einer Fusion aus zahlreichen Musikstilen, wie Jazz, Ambient, Funk und Rhythm’n´Blues.

„Du weißt nicht, was dir entgeht!“

Dabei begann die Zusammenarbeit mit Prince alles andere als harmonisch. Der exzentrische Musiker war auf Dulfer aufmerksam geworden und lud sie ein, an drei seiner Konzerte in den Niederlanden teilzunehmen. Kurz vor den Auftritten erhielt Dulfer allerdings eine Absage. Die wütende Saxofonistin ließ Prince schriftlich ausrichten, er habe keine Ahnung, was er eigentlich verpassen würde.

Das machte Prince offenbar so neugierig, dass er ihr nun doch die Möglichkeit gab, ihn von ihrem Können zu überzeugen. Was folgte, waren zahlreiche gemeinsam Plattenaufnahmen und Touren. Bei ihren Live-Shows zeigt sich Candy Dulfer immer noch dankbar und bezeichnet Prince als ihren größten Mentor. Bis heute ist ein Keyboarder aus dem musikalischen Umfeld des „Purple Yoda“ Mitglied in ihrer Live-Band.

Privatleben und Bühne sind in Einklang gebracht

Candy Dulfer zollt ihrem großen Idol und Mentor immer noch mit eigenen Songs Respekt, wenn sie auf der Bühne steht. Ihre Popularität führt die Niederländerin rund um den Planeten, auch wenn sie mittlerweile auf längere Pausen zwischen den Tourneen achtet. Der richtige Ausgleich zwischen Privatleben, Familie, Haus und Arbeit ist ihr wichtig geworden. Nichtsdestotrotz kann man Candy Dulfer auch diesen Konzertsommer wieder live auf den Bühnen erleben. Der blonde Wirbelwind zählt nach wie vor zu den großen Live-Höhepunkten jedes Jazz-Festivals in Europa.