Im Jahr 1967 gründete der gelernte Koch Claude Nobs das Montreux Jazz Festival. Seither zieht die jährlich stattfindende Veranstaltung Superstars ohne Ende an. Das breit gefächerte Verständnis von guter Musik, die hier präsentiert wird, hat auch in der Musikgeschichte ihre Spuren hinterlassen. Die Mitglieder der legendären Hardrock-Band Deep Purple wurden 1971 Zeuge des verheerenden Brandes im Casino Montreux.

Die Rauchschwaden, die die Musiker von ihrem Hotelzimmer aus über den See wabern sahen, inspirierten sie zum Rock-Klassiker „Smoke on the Water“. Claude Nobs, der selbst unter den Hilfskräften war, wurde ebenfalls im Song mit einer Textzeile verewigt. Freddie Mercury und David Bowie schlossen sich auf Anregung von Claude Nobs zusammen und komponierten in nur zwei Stunden im Studio von Montreux den späteren Welthit „Under Pressure“.

Der programmatische Schwerpunkt liegt in Montreux zwar auf dem Jazz, doch schon früh traten dort auch Interpreten aus fast allen Stilrichtungen populärer Musik auf. Sie begeisterten nicht nur mit tollen Shows, sondern auch mit teilweise ausgefallenen und ungewöhnlichen Sonderwünschen.

Das Angeln beruhigte Chuck Berry

Miles Davis bestand auf einem Cabrio. Mit dem roten Wagen war er dann allerdings nicht zufrieden, es musste unbedingt ein schwarzes Auto sein. Pianist Keith Jarrett konnte mit dem von der Festivalleitung zur Verfügung gestellten Flügel zunächst so gar nichts anfangen. Er bestand auf einem Grand Concert Steinway. Kaum war dieser angekommen, war er mit dem Klang seines Wunsch-Flügels nicht zufrieden und spielt erst wieder auf dem ursprünglichen Piano. Chuck Berry genoss schon immer den Ruf etwas launisch zu sein. Dem wollte Claude Nobs zuvorkommen und organisierte für den leidenschaftlichen Angler ein Boot und Fische. Das klappte perfekt und der entspannte Chuck Berry lieferte ein großartiges Konzert ab.

Schokolade, Kräutertee und eine Diamantuhr

Mit so einem einfachen Geschenk wollte sich Nina Simone jedoch nicht abspeisen lassen. Sie bestand auf einer Diamantuhr von Piaget und sollte diese dann auch erhalten. Deutlich bescheidener gab sich da schon Soul-Legende Aretha Franklin. Schweizer Schokolade animierte sie zur Zusage. Der amerikanische Superstar Prince trat mehrfach in Montreux auf. Er bestand auf Kräutertee in Porzellanschalen mit einem silbernen Löffel. Zwei große Spiegel sowie zwei winzige Tischchen ergänzten seine Wunschliste. Was die Veranstalter im Gegenzug erhielten, konnte sich allerdings sehen lassen. Prince trat an drei Abenden hintereinander auf und schob kurzfristig auch noch eine seiner begehrten Aftershows ein.

João Gilberto und Antonio Carlos Jobim konnten sich nie einigen, wer von den Beiden denn nun den Bossa Nova erfunden habe. Ihr Auftritt beim Jazz Festival drohte gar ins Wasser zu fallen, weil keiner zuerst auf die Bühne wollte. José Barrense-Dias sprang ein und rettete damit den Abend.

Die ersten Highlights für 2020 stehen fest

Dieses Jahr findet das Montreux Jazz Festival von 3. bis einschließlich 17. Juli 2020 statt. Auf elf Bühnen wartet nonstop Musik von 14 bis 5 Uhr morgens. Fix angesagt sind bereits Black Pumas, Brittany Howard, Lenny Kravitz und Lionel Richie. Das vollständige Programm des Montreux Jazz Festivals wird am 26. März 2020 veröffentlicht, einen Tag später beginnt der Ticketverkauf.