Ihr musikalisches Talent wurde Norah Jones bereits in die Wiege gelegt. Die Tochter von Ravi Shankar entfachte mit ihrem Debütalbum „Come Away with Me“ im Jahr 2002 die Begeisterung für jazzige Musik neu und landete einen weltweiten Millionenseller. Ihr Vater hatte in den 60er Jahren durch seine Bekanntschaft mit Beatles Gitarrist George Harrison die Popmusik entscheidend mit beeinflusst. Sein Stil prägte unter anderem das wohl wichtigste Album der Pop-Geschichte „Sgt. Peppers Lonely Hearts Club Band“ von den Beatles. Seiner Tochter Norah Jones sollte Jahrzehnte später ein ähnliches Husarenstück gelingen.

Ursprünglich in New York geboren wuchs Jones bei Ihrer Mutter in Texas auf. Trotz ihrer frühen Begeisterung für die Musik von Billie Holiday und Bill Evans beschäftigte sie sich erst in ihrer High-School-Zeit mit dem Jazz. In den Jahren 1996 und 1997 gewann Norah Jones mehrfach den Down Beat Student Music Award als beste Jazzsängerin und für die beste Jazzkomposition. Trotz dieser frühen Auszeichnungen konzentrierte sie sich zunächst auf ihre Ausbildung im Fach Jazzpiano an der University of North Texas. Ein Sommeraufenthalt in ihrer Geburtsstadt New York sollte allerdings alles verändern.

Ein Sommer in New York veränderte alles

Dort kam Norah Jones mit der lokalen Jazz-Szene in Berührung. Inspiriert von den zahlreichen Clubs und Freunden begann sie verstärkt eigene Songs zu schreiben und aufzutreten. Bald war die junge Sängerin bekannt und erregte Aufmerksamkeit. Nach der Gründung eines eigenen Trios mit dem Bassisten Harris Lee Alexander und dem Schlagzeuger Dan Riese erhielt sie die Chance einige Demos für das berühmte Jazz-Label Blue Note Records aufzunehmen. Diese erschienen prompt als EP und waren gleichzeitig die Basis für das spätere bahnbrechende Debütalbum. Dieses kam 2002 auf den Markt und schlug ein wie eine Bombe. „Come Away with Me“ verkaufte sich weltweit rund 27 Millionen Mal. Die stilistische Bandbreite machte den Sound von Norah Jones für die Massen attraktiv und löste einen neuen Jazz-Boom aus. Die Sängerin gewann nicht weniger als acht Grammys und stieg zum neuen globalen Superstar auf.

Experimente und Rückbesinnung auf die Wurzeln

Ihr Nachfolgewerk „Feels Like Home“ knüpfte mühelos an den Erfolg des Debüts an, die Mischung aus Jazz, Blues, Country und Pop entpuppte sich als Volltreffer. Neben ihrer Solokarriere gründete Jones die Band Little Willie, die Country-Songs von Willie Nelson, Kris Kristofferson und Hank Williams coverte. Solo veröffentlichte sie die Alben „Not Too Late“ im Jahr 2007 und „The Fall“ im Jahr 2009, bevor sie eine weitere musikalische Kehrtwende einläutete. Die Platte „Little Broken Hearts“ wurde von Danger Mouse produziert, der sich seine ersten Sporen im Hip-Hop verdient hatte und den Stil von Norah Jones deutlich verändert.

Damit nicht genug folgte unter dem Bandnamen Puss-N-Boots eine weitere Country-Platte namens „Not Fouls, Not Fun“. 2016 kehrte Norah Jones zu ihren musikalischen Wurzeln zurück und veröffentlichte mit „Day Breaks“ wieder ein jazziges Album. „Beginn Alain“ markiert nicht nur ihr bislang letztes Werk, sondern auch ihre musikalische Neugier, die sich in einem neuerlichen Aufbruch zu musikalischen Neuentdeckungen manifestiert. Im Februar 2020 erschien ein zweites Werk von Puss-N-Boots mit dem Titel „Sister“ und demonstrierte neuerlich die musikalische Neugier von Norah Jones.