Die Geschichte des Jazz beginnt bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Schwarze und weiße Marschkapellen, die Brass Bands und die Musik der Marching Bands bildeten den Auftakt zu einer faszinierenden Entwicklung. Diesen Stilrichtungen fehlte noch der Swing und die Improvisation, doch sie wird heute als archaischer Jazz bezeichnet, denn es handelte sich um den musikalischen Ursprung. Rund um das Jahr 1890 entstand der Ragtime. Bei diesem Klavierstil ersetzt die linke Hand die Rhythmusgruppe einer Band (Schlagzeug und Bass). Auch hier gab es noch keine Improvisation, doch bereits eine Art Swing.

Der Komponist Jelly Roll Morton aus New Orleans war einer jener Musiker, die von sich behaupteten den Jazz erfunden zu haben. Der herausragende Pianist schrieb Blues-Songs, Ragtime und Stomps. Tatsächliches Vorbild für die Entwicklung des Jazz dürfte allerdings Buddy Bolden gewesen sein. Seinem Beispiel folgende entwickelten zahlreiche Musiker und Bands in New Orleans und Memphis den Jazz und trugen ihn in die ganzen USA hinaus. Dazu zählten unter anderem das Black and Tan Orchestra, Pedro Stacholys Cuban Jazzband, Johnny Steins Dixie Jass Band und Tom Browns Band from Dixieland.

Was bedeutet Jazz eigentlich?

Das Wort Jazz selbst steht in der Bedeutung für schwungvoll oder enthusiastisch. Soweit man das heute noch feststellen kann, wurde das Wort erstmals in der Kritik eines Baseballspiels von einem Zeitungsreporter verwendet. Wenig später griff ein anderer Redakteur das neue Wort auf und schrieb ihm zahlreiche Eigenschaften wie Schwung, Spaß, Energie, Leben, Kraft, Anziehungskraft, Elan und Mut zu. Die Entwicklung hatte begonnen. Nun bahnte sich Jazz seinen Weg und formte immer neue Richtungen und Varianten. Eine genaue Entstehung der einzelnen Stile ist zeitlich nur schwer möglich. Die folgende Zeitleiste beschreibt in etwa, wann diese aufgekommen sind.

Die Geschichte im Zeitraffer

  • Um 1900 entstand der New-Orleans-Jazz.
  • Um 1910 kam Dixieland auf.
  • Um 1920 formte sich der Chicago-Jazz.
  • 1928 entstand der Swing. In Europa war die Musik bereits so populär, dass im Hoch’schen Konservatorium in Frankfurt die erste Jazz-Klasse weltweit gegründet wurde. Der Swing war die beim Publikum erfolgreichste Stilrichtung.
  • In den 1940 Jahren gab es ein Revival von New Orleans/Dixieland.
  • 1940 begann auch der Modern Jazz. Die Unzufriedenheit mit dem Kommerz des Swing führt zum BeBop. Als einige seiner „Gründerväter“ gelten Charlie Parker und Dizzy Gillespie.
  • Seit 1960 kennt man Free-Jazz. Unbekannte Musiker und Superstars wie John Coltrane sorgten für einen Bruch mit den traditionellen und konventionellen Spielweisen.
  • Ende der 1960er Jahre entwickelte sich Fusion-Jazz. Mit dem Aufkommen der Rockmusik erlebte Jazz eine schwere Krise. Miles Davis gilt als Mitbegründer des Fusion Jazz. Seine Ex-Musiker Wayne Shorter und Joe Zawinul gründeten die Gruppe Weather Report, die sich zum erfolgreichsten Vertreter der neuen Stilrichtung aufschwang.
  • Seit 1980 spricht man von Neobop und Modern Creative.

Jazz wurde noch vielschichtiger und sog Einflüsse aus zahlreichen anderen Musikrichtungen in sich auf. Dies gilt bis heute. Die Musikrichtung hat längst ihren Platz in der Historie gefunden und zahlreiche herausragende Musiker herausgebracht. Der Einfluss auf viele andere populäre Stile kann gar nicht stark genug betont werden. Die Legenden des Jazz und ihre Musik haben ihre Zeit überdauert.