Der Schweizer Urs Blindenbacher ist die treibende Kraft hinter der Offbeat Konzertreihe und dem Jazzfestival Basel. Seine Freude am Jazz und sein Fachwissen sind das Fundament dieser Konzertserien in Basel. Das Jazzfestival besteht seit 30 Jahren, Offbeat sogar schon seit 45 Jahren. Beides ist längst zu einem Fixpunkt im Terminkalender der europäischen Jazz-Freunde geworden.

Hier wartet eine musikalische Entdeckungsreise

Ziel der Veranstaltungen ist es nicht nur die musikalischen Feinheiten, das Spontane und Ungeplante, sondern auch Tradition und Zukunft in die Auslage zu stellen. Offbeat sieht sich als Plattform, die eine Entdeckungsreise in die Welt des Jazz ermöglicht. Aufstrebende junge Musiker sind hier ebenso zu finden, wie bekannte Namen, Crossover-Projekte, Soul, Ethno-Music und Electric-Jazz. Dutzende Bands und hunderte Musiker aus zahlreichen Gegenden, wie den USA, Europa und Afrika sorgen für ein buntes Programm, das keine Wünsche offen lässt. Das Jazzfestival findet dieses Jahr von 19. April bis 17. Mai 2020 in Basel statt. Die Offbeat Konzertreihe startet am 10. März und läuft das ganze Jahr hindurch an den verschiedensten Locations in Basel.

Kein Festival für Puritaner

Das Programm von Offbeat und dem Jazzfestival Basel bietet auch im Jahr 2020 wieder jede Menge musikalischer Leckerbissen. Auch diesmal orientieren sich die Veranstalter nicht an der strengen Definition von Jazz entlang der Linien des Swing, der Improvisation, oder den Wurzeln in der afro- und lateinamerikanischen Musik. Vielmehr zelebrieren sie die Öffnung, die Miles Davis schon vor mehr als 50 Jahren eingeleitet hatte. Dabei möchten die Veranstalter lieber voraus, als hinten nach sein. Dementsprechend versuchen sie vorab neue Trends aufzuspüren und diese breitenwirksam ihrem Publikum vorzustellen. Ein gutes Beispiel in der Vergangenheit war der Buena Vista Social Club. Die kubanischen Musiker traten bereits in den Jahren 1998 und 1999 in Basel auf. Das war bevor Wim Wenders Film zum Welterfolg wurde und die Musiker zu Superstars machte.

Thematisch stellt das Festival sein Programm auch dieses Jahr unter das Motto „Woman as Leaders“. Ziel dabei ist es die männlich dominierte Musikwelt ein wenig zu sprengen. Musikalische Schwerpunkte, wie die polnische  E-Bassistin Kinga Glyk oder das Julia Hülsmann Women Octett werden dem Motto entsprechend in den Vordergrund gestellt. Dabei setzt Programm-Macher Urs Blindenbacher weniger auf Quoten, als vielmehr auf Qualität und Können. Ein weiterer Schwerpunkt liegt im Jahr 2020 auf dem Orient. Der starke Fokus auf Rhythmen und die fremdartigen Harmonien werden einen willkommenen Kontrast zum restlichen Programm der Festivals bilden. Schließlich gelten die Basler Jazzfans als aufgeschlossen und nehmen exotische Musik gerne an.

Eine bewegte Geschichte

In den vergangenen Jahrzehnten hat das Jazzfestival Basel eine bewegte Geschichte hinter sich gebracht. Unvergessen sind die großartigen Auftritte von Chet Baker, Astor Piazzolla oder John Zorn. Baker und Piazolla spielten in Basel ihre letzten Schweiz-Konzerte. Im Jahr 2012 geriet das Festival in finanzielle Schwierigkeiten, weil parallel zu den Konzerten von McCoy Tyner und Michael Brecker ein Spiel der Fußball-Europameisterschaft stattfand. Das Publikum blieb aus, den Schaden hatten die Veranstalter. Doch das ist mittlerweile Geschichte. Auch dieses Jahr erwartet das Publikum ein spannendes Programm. Tickets sind bereits erhältlich.